DARWINEUM im Rostocker Zoo - Zeitreise auf Charles Darwins
Spuren durch die menschliche Entstehungsgeschichte
Ist es möglich, 500 Millionen Jahre menschliche Entstehungsgeschichte auf 20.000
Quadratmetern darzustellen? Lebendig, unterhaltsam und authentisch?
Das DARWINEUM im Rostocker Zoo gibt ab Sommer Antworten auf die Frage , wo
wir herkommen und wie sich aus einzelligem Leben das Wunder „Mensch“
entwickelte. Es vereint Geschichte, Mensch und Tier unter einem Dach. Es bietet eine
einzigartige Kombination aus einer lebendigen zoologischen Sammlung und musealen
Ausstellung.
Das auf Edutainment ausgerichtete Konzept soll ganzjährig als Besuchermagnet für
Mecklenburg-Vorpommern wirken und Tausende Familien und Gäste zusätzlich in das
Bundesland locken. Der Mix aus Erholung und Wissensvermittlung in der Freizeit hat sich
längst als Erfolgsrezept erwiesen, zunehmend auch in zoologischen Einrichtungen. Mit dem
DARWINEUM wächst das Netzwerk „Wie tickt Natur“, zu dem die herausragenden
Erlebniswelten in Mecklenburg-Vorpommern wie das Stralsunder OZEANEUM und das
Müritzeum in Waren (Müritz) gehören.
Das bislang bedeutendste Bauprojekt des traditionsreichen und größten Zoos an der
deutschen Ostseeküste befindet sich unmittelbar auf dem Erweiterungsgelände. Gut zehn
Jahre Entwicklungs- und Planungszeit sind vorausgegangen, bevor im Juni 2011 der erste
Spatenstich für das DARWINEUM vollzogen werden konnte und im Sommer 2012 die
Naturerlebnis- und Wissenswelt eröffnet wird.
Tropenhaus und Freigelände für eine neue Affenwelt
Das DARWINEUM erlaubt einen Blick über 500 Millionen Jahre zurück, als sich
nachweislich erste Lebensformen auf der Erde entwickelt haben.
Das Herz aber schlägt in der modernen Tropenhalle. Das abgesenkte 4.000 Quadratmeter
große Gebäude, Heimstätte für die Gorillas und Orang-Utans, ist eingebettet in die beiden
Ausstellungsbereiche A und C und umgeben von einer großzügigen ca. 10.000
Quadratmeter umfassenden Außenanlage für die Menschenaffen. Gut 5.000 Quadratmeter
davon entfallen auf das Freigehege für die Gorillas, ca. 4.000 Quadratmeter sind der
Tummelplatz der Orang-Utans.
Ein Teil der Außenanlagen, etwa 1.600 Quadratmeter, steht den Kattas zur Verfügung.
Die wieselflinken Halbaffen mit dem markanten Ringelschwanz können auf der begehbaren
Anlage aus nächster Nähe beobachtet werden.
Evolution als spannende Entdeckungstour
Die biologische Vielfalt, die durch Evolution entstanden ist, wird in zwei interaktiven
Ausstellungsbereichen (A/C) dargestellt. Durch eine „Zeitschleuse“ gelangt der Besucher in
die 1.300 Quadratmeter große Rotunde (Ausstellung A) und wird in die Anfänge des Lebens
zurück katapultiert. Vor etwa 1.000 Millionen Jahren mauserten sich aus einfachsten
einzelligen Arten wie dem Pantoffeltierchen, explosionsartig mehrzellige Lebewesen. Ein
evolutionsgeschichtlicher Lehrpfad zeichnet diese Entwicklung im Zeitraffer auf - über
Quallen, Seepferdchen, Würmer, Schnecken und Korallenriffe, die ersten Wirbeltiere wie
Lurche und Reptilien, und später Dinosauriern, über die Säugetiere bis hin zum Menschen.
Highlight des Raumes ist ein interaktiver Touchscreen, an dem der Ursprung des Lebens
erkundet werden kann. Im Foyer erfahren Interessierte mehr über das Leben des
Namensgebers Charles Darwin (1809-1882). Stationen seiner Forschungsreise können
nachempfunden werden.
Wissen soll realitätsnah, spielerisch und kommunikativ vermittelt werden, damit die Fülle
an Informationen mit Freude am Entdecken aufgenommen wird.
Der Ausstellungsbereich C thematisiert die kulturelle Evolution des Menschen. Kernstück
ist ein „Forschungslabor“, das die Potentiale aktueller Forschung widerspiegelt. Wechselnde
Aktionen und Expositionen sind geplant, um die ganze Bandbreite der Evolutionsthematik
spannend zu vermitteln.
Folienkissendach sorgt für natürliche Lichtverhältnisse
Der Bau des DARWINEUM, Naturerlebnis-und Wissenswelt auf 20.000 Quadratmetern,
schreitet zügig voran. In einer Rekordzeit von nur vier Monaten nach der Grundsteinlegung
wurde der Rohbau errichtet und Anfang Dezember Richtfest gefeiert. Eine Besonderheit ist
das Folienkissendach der Tropenhalle. Jeder der Dachträger aus Stahl auf der 75 mal 55
Meter großen Tropenhalle wiegt 15 Tonnen. Die Spezialabdeckung lässt bis zu 100 Prozent
der Sonnenstrahlen in das Innere dringen und sorgt so für natürliche Lichtverhältnisse. Es ist
selbstreinigend und im Winter bleibt der Schnee nicht auf ihm liegen. Auch bei hohen
Minusgraden erwärmt sich die Halle bei Sonnenschein. Eine weitere Besonderheit ist der
Verzicht auf feste Grundplatten in der Tropenhalle. Die Orang-Utans und Gorillas können
sich auch im Innenbereich auf natürlichem Boden bewegen.
Größter Quallenkreisel Deutschlands im DARWINEUM
Nach Abschluss der Dacharbeiten konnten die Ausbaugewerke mit der Ausgestaltung des
Innenbereiches beginnen. Das umfasst beispielsweise die Versorgungsinfrastruktur, die
Unterbringungsräume für die Tiere, aber auch die Felsengestaltung und Illusionsmalerei in
der Tropenhalle.
Bis Ende März soll die technische Ausrüstung soweit fortgeschritten sein, dass die ersten
Aquarien und Terrarien eingerichtet werden können. Bereits im Frühjahr sollen die ersten
Tiere ins DARWINEUM einziehen und sich an ihr neues Domizil gewöhnen.
Die längste Eingewöhnungszeit mit mehr als sechs Monaten entfallen auf den
Quallenkreisel und das Korallenriff. Im DARWINEUM gibt es den größten Quallenkreisel
Deutschlands von 4 Metern Länge und 2,55 Metern Höhe sowie mit einer 3,80 Meter
langen und 1,99 Meter hohen Sichtfläche. Das Korallenbecken umfasst 7,5 mal 2,5 mal 2,5
Meter und enthält eine Reihe von Korallenarten, wie Lederkorallen, Hornkorallen oder
Scheibenanemonen, die als Wiege der Evolution gelten.
Quelle: Zoologischer Garten Rostock gGmbH
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